DIY – Kupferrohr-Zeitschriftenständer

Kupfer Zeitungsständer Titel

Kupfer: das Hipster-Material schlechthin seit einiger Zeit. Aber Kupferrohr ist auch einfach so schön und so leicht zu verarbeiten! Falls eure Wohnung also noch nicht genug Hipster-Attitüde verströmt, dann könnt ihr mit meinem heutigen DIY-Projekt einen guten Schritt voran machen und gleichzeitig Ordnung ins Zeitschriftenchaos bringen!

Ihr braucht

2 Stoffstücke mit den Abmessungen 33 x 75cm (Am besten feste Baumwolle. Ihr könnt den “Lappen” aber auch häkeln oder weben etc., dann braucht ihr nur eine Bahn.)

Nadel, Faden, Schere, ggf. Nähmaschine etc.

ca. 3m Kupferrohr aus dem Baumarkt mit 1 – 1,5cm Durchmesser, je nach Geschmack (Kupferrohr gibt es m.W. entweder in 2,5m oder 5,0m Länge. Also entweder zwei kurze oder ein langes kaufen)

Rohrabschneider oder Metallsäge (Ich empfehle die unerhebliche Investition ab ca. 15€ für einen Rohrabschneider, denn wenn ihr einmal mit Kupferrohr gearbeitet habt, dann werdet ihr das wieder und wieder tun wollen und das Ding ist so einfach und schnell zu bedienen, das kann echt jeder der schon mal nen Dosenöffner benutzt hat)

8 Lötfittinge 90° aus Kupfer, passend zu dem gewählten Rohrdurchmesser (Das sind kleine Winkel aus Kupferrohr zum Verbinden der Rohre – keine Angst, ihr müsst nicht löten!)

4 Lötfittinge in T-Form aus Kupfer

2-Komponenten-Kleber (Ja, stinkt ein bisschen. Aber dafür müsst ihr, wie versprochen, nicht löten ;-))

Kupferständer Stoffskizze Kupferständer Montageskizze

Ok, meine Skizzen sind nicht ganz proportional zum Endergebnis… Kommt daher, dass ich das erst aufskizziert habe und mir dann erst überlegt habe, welche Dimensionen das Ganze haben soll. Und dann war ich zu faul das nochmal nachzuzeichnen. Jaja, schon gut, bin ne faule Sau, ich habs ja verstanden. Nächstes mal dann…

Ihr macht

Erstmal nähen wir den “Lappen”, oder auch Zeitungsauffangtuchdings genannt. Aber das ist zu lang. Deshalb einfach Lappen: geht ganz fix und einfach. Nur die beiden Stoffstücke rechts auf rechts aufeinander nähen und dabei eine kleine Lücke zum Wenden lassen, 5cm sollten reichen. An den Ecken die Nahtzugabe möglichst knapp abschneiden, also die Ecken quasi weg schneiden. Aufpassen, dass ihr die Naht nicht erwischt. Dann den Lappen wenden, Ecken schön raus drücken (hab ich nicht so sauber gemacht 🙁 ) und gut bügeln. An der Öffnung auch die Nahtzugabe nach Innen bügeln, sodass man nicht mehr sieht, dass da eine Lücke ist. Dann einmal ganz nah an der Kante entlang rundum absteppen, das macht schönere, flachere Kanten und die Öffnung wird auch mit geschlossen.

Zum Schluss noch die schmalen Kanten ca. 5cm auf eine Seite klappen und auch knapp neben der Kante (also so bei ca. 4,8cm) fest nähen. Vorne und hinten gut vernähen, damit der Tunnel nicht ausreißt.

Ich habe neulich mal neue Kissenbezüge für die Couch genäht und hatte noch zwei schmale Stoffstreifen übrig, die ich dann jeweils zusammen genäht habe, wie ihr auch auf den Bildern seht. Also auch prima für die Resteverwertung.

Nun geht’s ans Kupferrohr: wir brauchen 8 Stück á 21cm, 4 Stück á 15cm und 2 Stück á 33cm. Kleiner Tipp: falls euch diese bedruckten Rohrstellen nicht so gefallen, dann macht aus diesen Teilen die 33cm langen Stücke, denn die verschwinden Später im Stofftunnel.

Das Zuschneiden geht besonders schnell mit dem Rohrabschneider. Hier seht ihr wie man ihn verwendet:


Einfach die Stelle mit einem Folienstift markieren, das Schneiderad an der Markierung ansetzen und am Stellrad fest schrauben. Muss nicht besonders fest sein. Das Rohr einmal ganz herum drehen (oder den Rohrabschneider; wie es euch halt bequemer ist). Ihr habt jetzt schon eine sichtbare Rille produziert. Falls ihr das Rohr nicht gedreht bekommt, dann entweder jemand stärkeres fragen, oder ein bisschen lockerer drehen. Ihr könnt echt nicht viel falsch machen. Jetzt immer ein wenig fester drehen und das Rohr einmal komplett rumdrehen. So lange wiederholen, bis das Rohr durch ist. Die Rille wird erst immer tiefer, bis ihr das Rohr dann irgendwann komplett durchgeschnitten habt. Ist wirklich sehr mühelos.

 

Jetzt müssen wir die Rohrstücke mit den Fittingen zusammenstöpseln. Hierfür ein wenig 2-K-Kleber zusammenrühren. Nicht zu viel auf einmal, lieber zwei- oder dreimal was anrühren, denn sonst trocknet euch das Zeug zu schnell ein. Als Arbeitsunterlage eignet sich hier Backpapier, denn das kann man noch ganz gut ablösen, wenn mal etwas Kleber daneben gegangen ist. So ein Kupferrohr auf der Tischplatte verklebt kann ganz attraktiv sein, aber praktisch ist es vermutlich nicht. Wichtig beim Zusammenstecken: immer schön auf rechte Winkel achten, also z.B. die Einzelteile nach dem Zusammenstecken schön flach (mit Backpapier drunter! Nicht vergessen!) auf den Tisch legen und so eine weile aushärten lassen.

Kupfer kleben 2K

Kupfer Lötfittinge

Los geht’s mit den oberen Stangen. Hierfür die 33cm Rohre durch die Tunnel der Lappen schieben, die Rohrenden mit etwas 2-K-Kleber bestreichen und an jedes Ende einen 90°-Fitting stecken. Darauf achten, dass die Fittinge im gleichen Winkel angeklebt werden.

Kupfer Seitenteil kleben

Anschließend zwei mal aus je 4 Rohrstücken von 21cm und einem von 15cm mithilfe der T-Fittinge ein “H” zusammenkleben. An die beiden übrigen 15cm-Stücke die restlichen vier 90°-Fittinge kleben.

Nun könnte es sein, dass ihr noch zwei weitere Hände um Unterstützung ersuchen müsst. Geht aber auch ganz schnell: alle offenen Rohrenden der H’s mit Kleber bestreichen und an einem Ende mithilfe der langen Rohre (die mit Lappen) verbinden und an die andere Seite die kurzen Rohre stecken. Alles gut zusammen schieben und wieder darauf achten, dass alles rechtwinklig und nicht verzogen ist.

Jetzt müsst ihr nur noch die Trocknungszeit des Klebers abwarten, dann könnt ihr schon Herr eures Zeitschriftenchaos werden!

Kupfer Zeitungsständer

Viel Spaß und versucht eure Finger nicht aneinander zu kleben! (Oder an etwas anderes… Genauso unangenehm…)

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  4 comments for “DIY – Kupferrohr-Zeitschriftenständer

  1. Uli
    28.06.2016 at 20:25

    Ha, hab mir grad so ein Ding auf Pinterest angeschaut. Schon sehr hipster, allerdings benutzen die Kids gerade alles als Klettergerät oder als tragende Wand für die unzähligen Burgen und Höhlen, die sie bauen. Da wart ich lieber die nächste Dekade des Kupfertrends ab.

    Bezüglich Planzeichnen: Hallo, du bist Architektin – das muss nur am Plan gut ausschauen, der Statiker sagt dann, wie es hält 🙂 ich weiß, ich bin ein Schandmaul, aber ich habe einfach zu lange in einem Architekturbüro gearbeitet 🙂

    • 28.06.2016 at 22:08

      Nein nein, kein Schandmaul, stimmt schon so 😀 Aber in der Regel zeichnen wir immerhin korrekte Proportionen…

  2. 30.06.2016 at 10:22

    Respekt, ich wäre sowohl beim zeichnen als auch machen bestimmt gescheitert 😀 Kupferrohr ist wirklich cool, ich spiele mit dem Gedanken an eine Garderrobe 😀 lg

    • 30.06.2016 at 12:11

      Ist wirklich wesentlich leichter als es aussieht! Hat mich ganze zwei Stunden gekostet, das zu bauen. Und das Konzept kannst du auch für eine Garderobe verwenden, musst nur die Rohrlängen anpassen und evtl. zur Stabilität noch ein oder zwei weitere Querstangen (beim “H”) einbauen. Wenn es zu wackelig wird, kann man mit simplen Lochbändern (auch Windbänder genannt) oder dünnem Stahlseil an die Rückseite ein großes Kreuz zur Aussteifung machen.

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